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Versuchter Neonazi-Angriff mit
Schlaginstrumenten auf dem Gelände des Kultur und Bildungsvereins (Kubiz) und
der Bunten Kuh
Nach dem vereitelten Naziangriff auf das
Jugendzentrum Bunte Kuh und das Wohn- und Kulturprojekt Kubiz am letzten
Freitag, sammelte sich Gestern Abend(16.07.2010) gegen 23 Uhr eine mit
Eisenstangen bewaffnete Gruppe von Neonazis vor dem Eingangsbereich des Kubiz-Geländes.
Die aggressiv auftretende Gruppe junger Neonazis, konnte durch das couragierte
Verhalten eines Kubiz-Bewohners des Geländes verwiesen werden.
Die bisherigen Übergriffe am 4.Mai bzw. 10.Juli
2010 sind durch einschlägig bekannte Neonazis aus dem Spektrum der Freien
Nationalisten Mitte verübt worden. Mitglieder der FN-Mitte fallen seit einem
halben Jahr durch rechte Propagandadelikte und gewalttätige Aktionen im gesamten
Berliner Raum auf. Ferner traten Mitglieder der FN-Mitte
im Rahmen des Neonazi-Aufmarsches 1.Mai 2010 in
Berlin-Pankow in Erscheinung. Im gleichen Zeitraum kam es im Umfeld des
Projektes wiederholt zu Pöbeleien und Beleidigungen gegen BewohnerInnen und
BesucherInnen des Kubiz.
Die Anfeindungen erreichten ihren traurigen
Höhepunkt mit dem tätlichen Angriff auf einen Aktivisten des Kubiz am 22.6.2010.
Der Betroffene erlitt
erhebliche gesundheitliche Schäden im Zusammenhang
mit dem Neonaziangriff.
Der Verein Bunte Kuh e.V. wird sich durch die
wiederholten Attacken aus dem Spektrum neonazistischer Organisationen und
Kameradschaft nicht einschüchtern lassen. Derartige Angriffe zeigen die
Notwendigkeit antirassistischer und antifaschistischer Bildungsarbeit, welche
unser Projekt seit nunmehr fast 20 Jahren erfolgreich praktiziert.
Gerade in Zeiten gefährlicher Gleichsetzungen
zwischen einem gesellschaftlich notwendigem Antifaschismus und dem
menschenverachtenden Weltbild und Handeln neonazistischer Organisationen ,
welches sich im Form der Umgestaltung der progressiven Förderprogramme gegen
Rechtsextremismus in ein allgemeines Bundesprogramm gegen Extremismus
herauskristallisiert, ist der Ansatz der kritischen
zivilgesellschaftlichen Bildungsarbeit gegen antisemitische, rassistische und
neofaschistische Erscheinungen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft,
welche sich entgegen der gängigen Extremismustheorie auch in der
gesellschaftlichen Mitte verorten lassen, mehr als notwendig.
Die Bunte Kuh e.V.
17.7.2010
Alle Jahre wieder – Stellungnahme zum versuchten
Naziübergriff auf das Jugendzentrum Bunte Kuh
In der Nacht
vom 9. zum 10. Juli, etwa gegen 3 Uhr versuchten
Neonazis der Kameradschaft FN-Mitte, sich Zutritt zum Gelände des Kultur- und
Bildungszentrum (Kubiz) zu verschaffen. Im Gebäudekomplex des Kubiz befindet
sich auch das alternative Jugendzentrum Bunte Kuh, welches sich seit nun mehr 20
Jahren gegen Neonazis, Rassismus und Antisemitismus im Berliner Nordosten
positioniert.
Die Gruppe Neonazis bei der es sich offensichtlich um die
Kameradschaft FN-Mitte handelt, war bereits Stunden vor dem versuchten Übergriff
auf das Kubiz-Gelände durch rassistische Pöbeleien und das Verkleben
rassistischer Aufkleber im Bereich der Berliner Allee aufgefallen. Die Polizei
konnte im Gepäck der Neonazis zahlreiche rechtsradikale Flyer, sowie
Schlagstöcke und Pfeffersprays sicherstellen. Entgegen erster Meldungen, konnte
bei den Neonazis kein Brandsatz sichergestellt werden.
Bereits
am 5.Mai 2010 machten die Freien Nationalisten Mitte
durch eine Aufkleber bzw.
Schmierwelle im Bereich der Berliner Allee und des
Komponistenviertels, im Sinne ihrer menschenverachtenden Ideologie von sich
reden.
Im Umfeld der Kreuzung Bizet- Ecke Mahlerstraße wurden
einige Dutzend ihrer Plakate verklebt. Neben Hinweisen auf die Internetpräsenz
der FN-Mitte wurden auch mehrere Hakenkreuze und rassistische Schriftzüge
gesprüht (u.a. „C4 for Reds“, „White Power“). Schon im Rahmen dieser ersten
Propagandaaktion der FN-Mitte im Kiez, wurde das alternative Kultur- und
Bildungszentrum Kubiz und der Jugendklub Bunte Kuh mit Neonaziparolen besprüht.
Dieser aktuelle versuchte Angriff von Neonazis aus dem Spektrum der
Freien-Nationalisten-Mitte reiht
sich ein, in die
traurige Statistik rechter Übergriffe und
Schmierereien im Berliner Nordosten.
Bunte Kuh e.V. 12.7.2010